Thursday, August 14, 2014

Dayshift :)

Zu Beginn meiner Dayshift waren noch Ferien und nur ca. 50 Kinder im Childrens Home.

Los ging es jeden Tag um 9 Uhr, ich konnte mich also langsam an das frühe(re) Aufstehen gewöhnen.

An fast allen Tagen habe ich im Haus der mittleren' Jungs (ca 10-14 Jahre) gearbeitet. Auch wenn ich die meiste Zeit nicht viel zu tun hatte, war ich froh die Gelegenheit zu bekommen, ein paar Kinder besser kennen zu lernen. Außerdem habe ich die Jungs einmal von einer anderen Seite kennen gelernt,weil ich sie nicht nur in der Outdoortime sondern auch bei Mahlzeiten und bei gemeinsamen Aktivitäten erlebt habe. So hat mich ein Junge wirklich überrascht, da ich ihn bisher nur nervend und unhöflich erlebt hatte. Auf einmal habe ich ihn auch mal beim Nicht-Blödsinn-Bauen erlebt. Ich war völlig verblüfft,als er mich irgendwann ansah und meinte: I like you,you make our food.

Das Ende der Ferien war für mich der Beginn meiner Arbeit bei den Stepping Stones (1.-3. Klasse).

Los geht es morgens um 6, ich helfe beim Aufwecken der Kinder und sorge dafur das alle pünklich angezogen und Zähnegeputzt am Tisch sitzen. Nach dem Frühstück räumen die Kinder auf, wir kontrollieren ihre Schulranzen und dann werden sie nach und nach losgeschickt.

Während die Kinder in der Schule sind habe ich Mittagspause. Meist gehe ich währenddessen ins Fitnesstudio, mache Besorgungen und esse.

Um 2 Uhr geht es dann weiter. Die Kids kommen nach und nach aus der Schule, essen Mittag und machen dann Hausaufgaben.

Da die meisten Schulen afrikaanssprachig sind, sind auch die Hausaufgaben auf Afrikaans. In der Regel kann ich die Anleitungen im Aufgabenheft aber verstehen und helfe den Kindern mit einer Mischung aus englisch und afrikaans. Allein Aussprachübungn bereiten Probleme, zu oft verfalle ich noch in die 'niederländische' Aussprachsweise. Dadurch dass die Kinder mir aber fast jeden Tag vorlesen wird auch das immer besser.

Nach den Hausaufgaben spielen die Kinder draußen- zumindest wenn es nicht regnet oder bewölkt ist.

Gegen 5 kommen die Kids wieder ins Haus, alle duschen sich und wechseln in ihre Pyjamas. Danach wird gegessen, aufgeräumt und um halb 7 wird die Soap '7 de Laan' geguckt. Danach gehen die Kinder ins Bett und ich bin off.

'7 de Laan' gucken ist für mich mittlerweile auch schon zum Ritual geworden, zumal die Soap denke ich einen ganz guten Einblick in die südafrikanische Gesellschaft bietet,da verschiedenste Bevölkerungsgruppen dargestellt werden.

Ich bin froh, dass ich jetzt endlich "mein Haus" habe in dem ich arbeite. Es ist schön die Kinder in ihrem Alltag zu begleiten, mit ihnen zu spielen,  zu lernen, zu lachen, sie ins Bett zu bringen und sie dabei immer besser kennen zu lernen.

Ich hoffe sehr, dass ich auch nach meinen Ferien wieder bei den Stepping Stones arbeiten darf.

Und sonst so?

Wir werden endlich wieder internationaler, es sind nun auch Volunteers aus Frankreich, Dänemark und den Niederlanden im Kinderheim.

Es wird wärmer, zumindest tagsüber kann man nun manchmal schon im Top rumlaufen.

Nächste Woche bekomme ich Besuch aus Deutschland und freue mich schon riesig!

Fotos von allen Ausflügen der letzten Wochen folgen bald!

Monday, August 4, 2014

Worldcup in South Africa

Irgendwie habe ich was die WM angeht ein schlechtes Timing- Als sie in Deutschland stattfand war ich in England. Nun ist Deutschland Weltmeister und ich bin in Südafrika.

Auch wenn ich Fahnenmeer und Co nicht im geringsten vermisst habe, ein bisschen Wehmut war schon dabei, als das Finale gewonnen wurde. Andererseits war es auch cool, dass Finale in einem Biergarten zu gucken, der nicht nur mit Deutschland- sondern auch mit vielen Argentinienfans gefüllt war.

Aufgrund der Kälte war der ursprüngliche Plan Glühwein statt Bier zu trinken. Nach dem ersten Glas (Bild 1) bin ich dann aber doch umgestiegen. Südafrikanischer "Glühwein" schmeckt leider wie warm (nicht heiss!) gemachter Rotwein mit Zucker.

Auch wenn ich viele WM-Spiele an den unterschiedlichsten Orten gesehen habe (Bar, Restaurant, Hooters, Shoppingcenter, Vereinsheim vom lokalen Fussballclub) -der Anteil an Fussballfans und WM-Begeistetren war oft sehr gering. Dezentes Desinteresse war vorherrschend.

Dass hat sicherlich zum einen damit zu tun, dass Südafrika nicht für die WM qualifiziert war und zum anderen, dass zumindest in Durbanville und Umgebung Rugby die bevorzugte Sportart ist.

Während der WM musste ich mir des Öfteren anhören, dass Fussball doch ein langweiliger Sport sei und die Spieler viel zu wehleidig. Den Vorschlag alle Fussballspieler einmal aufs Rugbyfeld zu schicken finde ich jedoch durchaus amüsant.

(Nachdem ich mittlerweile immerhin ein par Rugby-Regeln kenne, kann ich zumindest zeitweise erahnen, dass es mehr ist, als nur ein ständiges Ineinanderrennen und Aufeinanderdraufhauen, wirkliche Begeisterung ist jedoch noch nicht aufgekommen. Ich will mir aber auf jeden Fall ein Rugbyspiel im Stadion angucken. Bisher habe ich die meisten Spiele im Fitnesstudio gesehen- und bin dafür recht dankbar, denn als Alternative läuft in der Regel Cricket und wirklich einfach nur einschläfernd. .. )

Während meines Freiwilligendienstes in England war ein spannnder Punkt, dass so viele Freiwillige aus anderen Ländern für "ihr Land" mitgefiebert haben. Hier war neben Deutschland nur England, die Schweiz und Belgien vertreten. Dass hat aber auch dazu geführt,dass man sich Spiele von der Schweiz und Belgien angeguckt hat, die man sonst vielleicht ausgelassen hätte.

Beim Spiel gegen Ghana hatten sich  zwei Volunteers das gesamte Gesicht in Deutschlandfarben geschminkt. Außerdem hatten wir einen Schminkstift in Deutschlandfarben dabei- nachdem eine Südafrikanerin (!) in der Bar damit von Tisch zu Tisch gegangen war, befand sich die Deutschlandflagge auf fast jedem Gesicht (außer meinem). Allerdings muss man sagen, dass viele Gäste sehr oppurtonistisch agierten-im Verlauf des Spieles verschwanden viele Fahnen aus den Gesichtern und die Begeisterung für Ghana stieg..

Insgesamt fand ich es aber schon interessant zu sehen, wie sich viele aus Mangel einer "eigenen" Mannschaft anderen Länderteams zuwandten, bei fast allen Deutschlandspielen sind wir Sudafrikaner*innen mit Deutschlandtrikots und -schals begegnet.

Schön an der WM war auch, dass man Abends etwas zu tun hatte. Es war eine gelungene Abwechslung vom vorherrschenden Filmgucken und Nichtstun. Nun freue ich mich auf die Bundesliga- es gibt auch hier die Gelegenheit, dass ein oder andere Spiele zu sehen und ich werde sie mit Sicherheit nutzen.

Saturday, July 26, 2014

Worldcup in South Africa

Fifa Worldcup

Irgendwie habe ich was die WM angeht ein schlechtes Timing- Als sie in Deutschland stattfand war ich in England-nun ist Deutschland Weltmeister und ich bin in Südafrika.

Auch wenn ich Fahnenmeer und Co nicht im geringsten vermisst habe, ein bisschen Wehmut war schon dabei, als das Finale gewonnen wurde. Andererseits war es auch cool, dass Finale in einem Biergarten zu gucken, der nicht nur mit Deutschland- sondern auch mit vielen Argentinienfans gefüllt war.

Aufgrund der Kälte war der ursprüngliche Plan Glühwein statt Bier zu trinken. Nach dem ersten Glas (Bild 1) bin ich dann aber doch umgestiegen. Südafrikanischer "Glühwein" schmeckt leider wie warm (nicht heiss!) gemachter Rotwein mit Zucker.

Auch wenn ich viele WM-Spiele an den unterschiedlichsten Orten gesehen habe (Bar, Restaurant, Hooters, Shoppingcenter, Vereinsheim vom lokalen Fussballclub) -der Anteil an Fussballfans und WM-Begeistetren war oft sehr gering. Dezentes Desinteresse war vorherrschend.

Dass hat sicherlich zum einen damit zu tun, dass Südafrika nicht für die WM qualifiziert war und zum anderen, dass zumindest in Durbanville und Umgebung Rugby die bevorzugte Sportart ist.

Während der WM musste ich mir des Öfteren anhören, dass Fussball doch ein langweiliger Sport sei und die Spieler viel zu wehleidig. Den Vorschlag alle Fussballspieler einmal aufs Rugbyfeld zu schicken finde ich jedoch durchaus amüsant.

(Nachdem ich mittlerweile immerhin ein par Rugby-Regeln kenne, kann ich zumindest zeitweise erahnen, dass es mehr ist, als nur ein ständiges Ineinanderrennen und Aufeinanderdraufhauen, wirkliche Begeisterung ist jedoch noch nicht aufgekommen. Ich will mir aber auf jeden Fall ein Rugbyspiel im Stadion angucken. Bisher habe ich die meisten Spiele im Fitnesstudio gesehen- und bin dafür recht dankbar, denn als Alternative läuft in der Regel Cricket und wirklich einfach nur einschläfernd. .. )

Während meines Freiwilligendienstes in England war ein spannnder Punkt, dass so viele Freiwillige aus anderen Ländern für "ihr Land" mitgefiebert haben. Hier war neben Deutschland nur England, die Schweiz und Belgien vertreten. Dass hat aber auch dazu geführt,dass man sich Spiele von der Schweiz und Belgien angeguckt hat, die man sonst vielleicht ausgelassen hätte.

Beim Spiel gegen Ghana hatten sich  zwei Volunteers das gesamte Gesicht in Deutschlandfarben geschminkt. Außerdem hatten wir einen Schminkstift in Deutschlandfarben dabei- nachdem eine Südafrikanerin (!) in der Bar damit von Tisch zu Tisch gegangen war, befand sich die Deutschlandflagge auf fast jedem Gesicht (außer meinem). Allerdings muss man sagen, dass viele Gäste sehr oppurtonistisch agierten-im Verlauf des Spieles verschwanden viele Fahnen aus den Gesichtern und die Begeisterung für Ghana stieg..

Insgesamt fand ich es aber schon interessant zu sehen, wie sich viele aus Mangel einer "eigenen" Mannschaft anderen Länderteams zuwandten, bei fast allen Deutschlandspielen sind wir Sudafrikaner*innen mit Deutschlandtrikots und -schals begegnet.

Schön an der WM war auch, dass man Abends etwas zu tun hatte. Es war eine gelungene Abwechslung vom vorherrschenden Filmgucken und Nichtstun. Nun freue ich mich auf die Bundesliga- es gibt auch hier die Gelegenheit, dass ein oder andere Spiele zu sehen und ich werde sie mit Sicherheit nutzen.

Thursday, July 17, 2014

Update again..........

Kirstenbosch Botanical Gardens

Der Kirstenbosch Botanical Garden wurde 1913 eröffnet, befindet sich direkt am Fuße des Tafelberges und beherbergt nur einheimische Pflanzen-was immer noch zu einer riesengroßen vielfältigen Auswahl führt. Es gibt riesige Rasenflächen, die sich ideal zum picknicken eignen, einen ¨Canapoe Walkway¨, bei dem man auf Höhe der Baumkronen entlang läuft, verschiedene Themengärten (vom Aussterben bedrohte Pflanzen, Heilpflanzen, Duftgarten...), einen See, jede Menge Blumen, Bäume, Tiere...der Garten ist selbst jetzt im Winter wunderschön, aber ich werde ihn sicher auch im Sommer noch einmal besuchen. (Bilder 1 und 2)

Sunset at Signal Hill

Nach Kirstenbosch sind wir zum Signal Hill gefahren, um den Sonnenuntergang zu schauen. Von dort hat man einen großartigen Ausblick über Kapstadt und das Meer. Zunächst waren wir etwas enttäuscht, weil viele Wolken vor der Sonne hingen, aber am Ende wurde es noch richtig schön (Bilder 3 und 4).

Winterwetter

Auch wenn das Wetter hier an vielen Tagen an den deutschen Herbst erinnert- die Natur blüht momentan an vielen Stellen voll auf. An sonnigen Tagen kann man durchaus immer noch im T-Shirt herumlaufen. Diese wechseln sich immer wieder ab mit Regentagen und kühlem Wetter. Wenn gutes Wetter und Freizeit zusammenkommen kann man immer noch wunderschöne Strandspaziergänge machen (Bild 5), nur das Meer ist mitlerweile wirklich zu kalt zum hineingehen.

Volunteers-Day

Zur Zeit sind in Südafrika Schulferien und die meisten Kinder nicht im Kinderheim. Für die Dagebliebenen gestalten die Volunteers nun abwechselnd einmal pro Woche einen Tag.

Wir hatten für den Vormittag eine ¨treasur hunt¨ geplant. Die Kinder mussten Orte auf Fotos wiedererkennen, dort eine Aufgabe lösen und dann die nächste Stelle finden. Es hat ziemlich viel Spaß gemacht und sowohl die kleinsten als auch die ältesten Kinder haben mitgemacht.

Am Nachmittag haben wir dann eine Wasserschlacht gemacht- aus Wasserbomben wurden allerdings irgendwann Eimer, dann Bottiche und am Ende waren alle nass und unsere Living Area stand unter Wasser... (positiver Nebeneffekt: endlich wurde mal wieder der Boden gewischt).

Trotzdem war es schön auch mal selber einen Tag zu gestalten und mit den Kindern etwas zu unternehmen, dass geschieht im Prinzip viel zu wenig. Wenn findet es eher im kleinen Kreis statt- während der Toy Library oder wenn Volunteers Kinder mit auf ein Outing nehmen.

Und sonst so?

Das Kinderheim füllt sich langsam wieder mit neuen Volunteers...

WM-Spiele in einem in weiten Teilen wenig fußballbegeisterten Land zu gucken ist einfach nicht das selbe (der Mangel an Fahnen, Wimeln und anderem Unsinn ist allerdings durchaus erfrischend)

Hipster gibt's auch in Südafrika (und die entsprechende Reaktion darauf as well, Bild 6)

Auch wenn ich hier (leider) immer noch die meiste Zeit Deutsch spreche- zumindest was Sprichwörter und Redewendungen angeht setzt langsam Verwirrung ein. Aktuelles Beispiel: "Wie die das durchzieht, da setze ich echt meinen Hut auf." (Wenn mich nicht jemand darauf hingewiesen hätte, mir wäre es nicht aufgefallen)

Letztes Wochenende war ich zum Kurzurlaub mit acht anderen Volunteers in den Cederbergen (ausführlicher Bericht folgt).

Kurzurlaub?

Hört sich das nicht in weiten Teilen ohnehin schon wie Dauerurlaub an?

Zum Teil kam es mir in den letzten Monaten durchaus so vor. Durch die Nightshiften hat man tagsüber frei und kann im Prinzip jeden Tag etwas unternehmen. Für mich war das Ausmaß an Freizeit eine echte Herausforderung,  schließlich bin ich hierher gekommen, um etwas zu tun und nicht um Urlaub zu machen.. (und gehöre auch ansonsten nicht zu den Menschen, die besonders gut im "Nichtstun" sind).

Allerdings ändert sich durch die Dayshift nun einiges, am Sonntag konnte ich das erste Mal nicht mit ins Mzolis, da ich arbeiten musste. Auch ansonsten ist es eine große Umstellung plötzlich wieder pünktlich aufstehen und tagsüber (von 9pm bis 8am) arbeiten zu müssen...

Mehr zur Dayshift dann demnächst!

Genießt den deutschen Sommer! :)

Saturday, June 28, 2014

Train commercials

Werbung wie diese findet sich zumindest in der 1.Klasse nur sporadisch.

Die 3.Klasse hingegen ist zugepflastert mit Aufklebern, die für Abtreibungen,  Penisvergrößerung, Wundermittel für und gegen alles, Love Doctors and usw.werben.

Vor allen Dingen die Abtreibungs-Ads haben es in sich ( painfree,same day  result,15 min,30 min..)... Ganz so als ob das alles kein großes Ding wäre, dass man schnell nebenbei ohne Nebenwirkungen erledigen kann.

Ich habe mich gefragt,ob eventuell neben persönlichen und familiären Gründen für das Nutzen dieser Dienste auch die südafrikanischen Abtreibungsgesetze mit verantwortlich für das offenbar riesige Angebot sind.

Und musste feststellen,  dass die Abtreibungsregeln in Südafrika (insbesondere im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern) sehr liberal sind. So kann bis zur 12. Woche jede Frau unabhängig vom Alter (bei Minderjährigen auch ohne Konsultation der Eltern) in öffentlichen Krankenhäusern kostenfrei eine Abtreibung durchführen lassen. Allerdings führen liberale Regeln bekanntermaßen nicht zwangsläufig zu einer liberalen Einstellung innerhalb der Gesellschaft, mögliche gesellschaftliche Ächtung ist also durchaus ein Problem.

Hinzu kommt ein Mangel an Angebot und Erreichbarkeit von verfügbaren Diensten. Nur in ca.der Hälfte der staatlichen Kliniken werden Abtreibungen durchgeführt, eine längere (und somit teure) Anreise können sich viele Menschen nicht leisten. All das begünstigt wiederrum illegale "Abtreibungskliniken".

Es wird geschätzt, dass ca. 50% aller in Südafrika durchgeführten Abtreibungen illegal sind- die Auswirkungen auf die Gesundheit der Frauen, die diese Dienste in Anspruch nehmen (müssen) sind zum Teil gravierend.

Auch Unwissen darüber, dass Abtreibungen legal sind, spielt eine Rolle. Dies wird auch dadurch begünstigt, dass viele gesellschaftliche Gruppen (darunter auch weite Teile des regierenden ANC) eher Abtreibungs-Gegner als -Befürworter sind.

Hier zwei ausführlicher Artikel zum Thema:

http://allafrica.com/stories/201402131596.html

http://pulitzercenter.org/south-africa-illegal-liberal-abortion-law-access-guarantee-rights-reproductive-health

Friday, June 27, 2014

Dayshift

Vorgestern haben wir endlich den neuen Schichtplan für die nächsten Wochen bekommen. Kaum zu glauben,aber nach fast vier Monaten auf Nightshift werde ich ab nächster Woche Dayshift arbeiten.

Das bedeutet: endlich wieder ein normaler Tag-Nacht-Rhythmus, Schluss mit stundenlang eingemummelt (Bild 1) auf einem Stuhl sitzen und ins Nichts starren (Bild 2).

Es bedeutet aber auch: weniger Zeit, tagsüber ewas zu unternehmen, weniger Zeit zum lesen,schreiben und Filme gucken.

Ich bin gespannt, was mich bei der Dayshift erwarten wird. Erst einmal sind jetzt zwei Wochen Ferien, es wird also alles etwas anders sein als gewöhnlich,  zumal auch viel weniger Kinder da sind ( ca. 2/3 verbringen die Ferien bei Eltern und Verwandten).

Mein Wunsch im Haus der Happy Feet zu arbeiten hat sich zumindest diesen Monat noch nicht erfüllt,  aber ich hoffe, dass sich dies nach den Ferien noch einmal ändert.

Vorerst bin ich einfach froh über ein bisschen Abwechslung und hoffentlich neue Einblicke und Impulse.

(Mehr dazu dann hoffentlich bald an dieser Stelle ;) )

Saturday, June 14, 2014

Update ;)

Ihr Lieben,

es ist schon wieder eine ganze Weile her, dass ich geschrieben habe...aber irgendwie fällt es mir zunehmend schwerer, mich zu motivieren. Die Tage fliegen so dahin und abgesehen von wenigen Ausnahmen ist man in seinem Alltagstrott gefangen...

Hier nun aber trotzdem mal wieder ein Bericht über die Ereignisse der letzten Wochen, ich werde versuchen in Zukunft öfter, aber dafür kürzer zu berichten ;) 

(Durch kaputten Adapter,  krank im Bett rumliegen und nichtfunktionierendem Internet hat sich der Post nochmals verzögert, alles ist also noch viel länger her, aber was solls :p )


Wine-Tasting

In den letzten Wochen bin ich endlich dazu gekommen, einige der zahlreichen Weinfarmen zu besuchen.

Zusammen mit Franzi und Ani war ich bei den Weingütern Uitkyk und  Vergeleden.

Bei der ersten Farm habe ich mein erstes Wine-Tasting gemacht (Bild 1), was ziemlich witzig war, denn die Frau hätte mir totalen Blödsinn über den Wein erzählen können, gemerkt hätte ich es nicht.

Die Hinweise zu den Weinen gab es im übrigen auf Deutsch-am Anfang habe ich mich geärgert, schon wieder Deutsch zu hören,  aber am Ende fand ich es eigentlich ganz cool, denn ich bin mir sicher, ich würde mir nicht die Mühe machen und Deutsch lernen, wenn ich es nicht zufällig schon sprechen würde,- umso faszinierender wenn es andere tun. (Wobei man hier natürlich auch jede Menge Gelegenheit zur Anwendung hat, Deutsche gibt es in Kapstadt wie Sand am Meer).

Die zweite Weinfarm war riesig, neben der üblichen Weintesterei gab es auch verschiedene Gärten, uralte Bäume, eine Bibliothek, Restaurant, Café... (Bild 2, 3 und 4- zusammen mit Franzi).

Zusammen mit ein paar anderen Volunteers war ich  ein paar Tage später beim ¨Delaire Graff Wine Estate¨. Auch das ein riesiges Weingut und um einiges schicker als die bisher besuchten (dafür aber auch mit wunderschöner Aussicht). (Bild 5 + 6)

Hiking up Table Mountain

Letztes Wochenende war ich das erste mal auf dem Tafelberg, zusammen mit anderen Volunteers, einem Couchsurfer und ein paar seiner Freund*innen. Zwar haben wir aufgrund des regnerischen und nebligen Wetters (Bild 7 + 8) keine gute Aussicht genießen können, aber irgendwie hatte das ganze auch so seinen Reiz. Fünf Stunden lang sind wir über Stock und Stein gewandert, sind fast in einen See gelaufen (es war so neblig, dass man den Anfang kaum sehen konnte, Bild 9), haben uns am Ende leicht verirrt, weil der Weg nicht eindeutig (genaugenommen: gar nicht) ausgeschildert war und haben zum Schluss noch einen kurzen Abstecher in den Kirstenbosch Garden gemacht, den ich auf jeden Fall noch mal bei gutem Wetter besuchen will.

Das Kinderheim....

Childcare-Worker

Neben den internationalen Volunteers gibt es in jedem Haus Childcare-Worker, die tagsüber die Kinder betreuen. Das erste was mir aufgefallen ist: es wird extrem viel geschrien. Das zweite was mir aufgefallen ist: Im Zweifelsfall wird man von den Childcare-Workern einfach ignoriert, kommuniziert wird meist über die Kinder und falls man doch mal angesprochen wird, wird man allgemein als ¨Volunteer¨ bezeichnet.

Das dritte was mir aufgefallen ist: Die Erfahrung mit den Childcare-Workern ist extrem davon abhängig, in welchem Haus man eingeteilt ist und auf welcher Schicht man arbeitet. Es gibt wie überall richtig tolle Leute und Menschen, denen man lieber aus dem Weg gehen würde. 

Ich habe ziemlich Glück, sowohl im Haus der großen Mädchen als auch von der Childcare-Workerin die meistens morgens da ist, wenn ich bei den Kleinen bin, werde ich mit Namen angesprochen und gegrüßt. Wenn man mal in einem anderen Haus ist, ist alles sehr viel anonymer und man fühlt sich oft überflüssig und fehl am Platz.  Schon erstaunlich was für einen Unterschied am Ende selbst kleine Gesten machen können...

Punishment... 

Weckzeit für die Kinder ist um 6 Uhr, allerdings passiert es bei den Kleinsten häufig, dass sie eher wach sind und dann anfangen laut zu sein und aufzustehen- was verboten ist, alle müssen bis 6 Uhr in ihren Betten liegen bleiben. In einer der letzten Nachtschichten wurde es morgens sehr unruhig, weil zwei der Jungs gesungen und erzählt haben und einfach nicht still sein wollten. Deswegen ist dann die Nightshift-Leaderin gekommen, hat die beiden angebrüllt, dass sie gefälligst leise sein sollen und die beiden zur Strafe dazu verdonnert, im Flur zu sitzen und die Wand anzustarren. Nun erinner ich mich dunkel daran, dass zu Schulzeiten auch mal Leute vor die Tür oder in die Ecke mussten, aber eine halbe Stunde lang, bei Temperaturen wo ich trotz zwei Decken und Pulli gefroren habe? Irgendwie escheint mir das wenig sinnvoll...

Auch andere Dinge finde ich gelinde gesagt merkwürdig.  Ich hatte schon mal berichtet, dass wir nicht zusammen mit den Kindern essen, sondern danebensitzen und zusehen. Es ist allerdings nicht so, dass alle Kinder zusammen an einem Tisch sitzen. Zumindest bei den Kleinsten gibt es nach Größe gestaffelte Tische (was man zumindest wenn mehrere Kinder an einem Tisch sitzen vielleicht noch verstehen kann). Aber was ich am Dienstag gesehen habe, fand ich einfach nur traurig: Alle kleinen Jungs saßen zusammen an einem Holztisch auf der einen Seite des Raumes und Dre, der jüngste,  saß alleine an einem Tisch auf der anderen Seite, mit dem Rücken zu den anderen Jungs....

Outdoor Time

Nun ist "gutes Wetter" bekanntlich relativ oder (wie die meisten Lehrer*innen sagen würden): es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung...trotzdem waren die kleinen Kinder heute zum ersten Mal seit Tagen wieder draußen,  da die Sonne geschienen hat. Selbst bewölkter Himmel führt dazu, dass alle drinnenbleiben müssen und dann meist vor dem Fernseher sitzen...

Toy Library

Seit letzter Woche habe ich endlich ein Toy Library-Kind. Das bedeutet, dass man mit diesem Kind mindestens ein mal in der Woche Zeit verbringen soll, mit basteln, spielen, backen, rechnen,  schreiben etc.
Da ich die letzten Tage krank im Bett lag, konnte ich bisher leider noch nichts unternehmen, hoffe aber, dass ich dann nächste Woche endgültig loslegen kann.

Und sonst so?

Gendern? Was macht man eigentlich mit englischen Begriffen, die man ins Deutsche übernimmt? Ist es die Nightshift-Leaderin oder bleibt auch die Frau ein Nightshift-Leader? Und sind es Childcare-Worker oder Childcare-Worker*innen?
(Irgendwie ist es da mit dem Englischen zumindest in diesem Fall doch um einiges unkomplizierter)

Mein einsames Seniorinnen-Dasein hat ein Ende, seit ein paar Tagen arbeitet eine ebenfalls 27-jährige Schweizerin im Kinderheim...

Abschiede...Die meisten der aktuellen Volunteers verlassen nun nach und nach das Kinderheim- es wird zunehmend leerer. Es ist schon komisch, wenn Menschen, die man drei Monate lang so gut wie jeden Tag gesehen hat plötzlich nicht mehr da sind.   Aber ich bin gespannt auf die neuen Volunteers, die wohl vor allem ab August eintrudeln werden.

Sommer? Nee! Winter... Mittlerweile ist der südafrikanische Winter dann doch angekommen, es ist kalt, windig und regnerisch. (Ungefähr so wie der Herbst in Deutschland). Und auch wenn ich nach einem Jahr England was Regen betrifft so einiges gewöhnt bin- wenn man keine Heizung und keine isqolierten Fenster hat, fühlt sich das ganze doch noch ungemütlicher an..
Letzte Woche sah es sogar so aus, als ob es geschneit hätte (Bild 10, ist aber Hagel nicht Schnee)

Bilder, random:
Bild 11 Sonnenuntergang überm Meer an meinem vorerst letzten Strandtage
Bild 12 Minion in Cape Town
Bild 13 Kirche mit Botschaft